Dresden, die sächsische Metropole an der Elbe, ist bekannt für seine Kunstschätze. Große Museen, Kirchen und zahlreiche imposante Bauten sind für viele Touristen ein Muss. Aber nicht nur die bildenden Künste haben hier ihre Spuren hinterlassen: Neben Malern, Architekten und Musikern haben in Dresden bedeutende Literaten gewirkt.

 

Frühromantik in Dresden

Ein illustrer Freundeskreis lebte in Dresden um 1800 und prägte das kulturelle Leben entscheidend mit: Caspar David Friedrich, Heinrich von Kleist, Christian Gottfried Körner und Wilhelm Kügeln trafen sich zu literarischen Runden in der Dresdner Neustadt. Berühmt ist das Kügelen Haus in der Nähe des Neustädter Markts. Schon von außen wirkt es mit heller Fassade und Goldinschrift einladend. Im Inneren kann man die Atmosphäre des literarischen Salons erleben: Wohnzimmer und Atelier des berühmten Vertreters der Dresdner Frühromantik wurden hier wiederhergestellt.

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Sächsisches Hofleben

Literarisch nachempfinden kann man das Leben am sächsischen Hof in den Werken des polnischen Schriftstellers Josef Ignacy Kraszwewski. Der Autor historischer Romane lebte 1873 bis 1883 in einer Dresdner Villa in der Nordstraße. Dort entstanden seine berühmtesten Romane „Gräfin Cosel“ und „Brühl“. Seine Literatur ist ein lebendiges Zeugnis des höfischen Lebens am Hof August des Starken und eine Schilderung des königlichen Lebens in Dresden.

 

Ein fast vergessener Sohn der Stadt

Erich Kästner, der unvergessene Kinderfiguren wie das „Doppelte Lottchen“ und „Emil und die Detektive“ schuf, war lange Zeit in Dresden fast vergessen. 1899 in der Dresdner Neustadt geboren, lebte er überwiegend in Berlin. In seiner Kindheit verbrachte er jedoch viele Ferien in seiner Geburtsstadt, in der ihm in der Villa Augustin ein Museum gewidmet wurde. Das Werk Erich Kästners, der als Schriftsteller, Journalist und Kabarettist bekannt wurde, wird hier quasi „zum Anfassen“ präsentiert. Bücher, Tondokumente, Bilder und Briefe vermitteln hier Wissenswertes zum Leben und Werk Erich Kästners. Einen besonderen Gag hat sich das Museum einfallen lassen: Auf der Gartenmauer sitzt ein kleiner bronzener Erich Kästner als Kind und schaut neugierig auf das Treiben am Augustusplatz.

 

Jüngste Geschichte

Ein eindrucksvolles literarisches Zeugnis deutscher und Dresdner Geschichte hat Victor Klemperer mit seinen Tagebüchern hinterlassen. Der Dresdner Romanist und Hochschullehrer hat dort seine Lebensgeschichte, die geprägt ist von der deutschen Geschichte, angefangen vom Ersten Weltkrieg, Judenverfolgung, Zweitem Weltkrieg und Leben in der DDR, dokumentiert.

Quasi fortgeschrieben wird die jüngste Geschichte durch Uwe Tellkamp, der mit seinem Roman „Der Turm“ das Leben einer Dresdner Familie in der DDR bis 1989 beschreibt. Seine Schilderungen des Lebens in Dresden und seiner markanten Stadtlandschaft sind beeindruckend.